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Außerordentliche 
​​fristlose Kündigung

​Neben der ordentlichen Kündigung kann ein Arbeitsverhältnis auch außerordentlich ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist beendet werden, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Aus meiner Tätigkeit weiß ich, dass häufig folgende Gründe herangezogen werden:

  • Arbeitsverweigerung,
  • Beleidigung des Arbeitgebers,
  •  Geschäftsschädigende Äußerungen über den Arbeitgeber im Internet,
  •  Betrug, Diebstahl und Veruntreuung zulasten des Arbeitgebers, Verdacht einer Straftat,
  •  Eigenmächtiger Urlaubsantritt,
  • Angedrohtes Krankfeiern,
  •  sexuelle Belästigungen und Mobbing von Kollegen,
  •  Konkurrenztätigkeit,
  •  Arbeitszeitbetrug,
  •  Private Telefonate, private Internet- und E-Mail-Nutzung während der Arbeitszeit,
  •  Löschung von Daten des Arbeitgeber
  • Kündigt der Arbeitgeber das bestehende Arbeitsverhältnis fristlos, hat dies erhebliche Nachteile für den Arbeitnehmer; es droht eine 12-wöchige Sperrzeit beim Bezug von Arbeitslosengeld. In der Sperrzeit kann auch kein Krankengeld bezogen werden.

    Neben den zum Teil schweren finanziellen Folgen, droht aber auch Erklärungsnot bei neuen Arbeitgebern. Im Fall der fristlosen Kündigung endet das Arbeitsverhältnis nicht – wie üblich – zum Monatsende oder zur Monatsmitte, sondern am Tag des Kündigungsausspruchs bzw. -zugangs (z.B. am 21. Februar). Dieses „ungerade“ Beendigungsdatum findet sich auch auf dem Arbeitszeugnis wieder. Jeder Arbeitgeber sieht also am Zeugnisdatum, dass bei der Beendigung des Arbeitsverhältnisses etwas vorgefallen ist, auch dann wenn der Kündigungsgrund im Zeugnis nicht erwähnt wird.

    Um die Nachteile der außerordentlichen fristlosen Kündigung zu umgehen bzw. zu mindern, rate ich immer zur fristgerechten Kündigungsschutzklage. Im Verfahren am Arbeitsgericht muss der Arbeitgeber nämlich die „Karten auf den Tisch“ legen und begründen, warum eine außerordentliche fristlose Kündigung ausgesprochen wurde. Das Gericht müsste dann in jedem Einzelfall entscheiden, ob tatsächlich ein wichtiger Grund vorliegt. Dieser Grund muss so wichtig sein, dass es dem Kündigenden nicht mehr zumutbar ist, die Kündigungsfrist abzuwarten.

    Kann der Arbeitgeber den Vorwurf des Diebstahls nicht beweisen, wäre die Kündigung unwirksam; das Arbeitsverhältnis könnte ohne Nachteile fortgeführt werden.

    Sie haben Fragen oder wollen Ihre Ansprüche prüfen lassen? Rufen Sie mich an oder besuchen Sie mich in der Kanzlei. Nach einer Schilderung des Sachverhalts kann ich Ihnen eine erste Einschätzung geben.

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    klose@hk-recht.de

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